Bürstenbinderei

Geschichte

Die ältesten Bürsten bestehen aus Fasernbündeln, die zu einer Bürste gebunden wurden. Die Verwendung von bürstenartigen Gegenständen lässt sich bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Frühe Malpinsel hatten eine Fassung aus Tierknochen, wie sie in der Höhle von Altamira gefunden wurden. Seit 1400 ist das Bürstenmachen oder Bürstenbinden als eigener Handwerksberuf belegt. Die erste Bürstenmacherzunft entstand 1550 in Nürnberg. Eine Bürstenbinderordnung regelte, wie man es in diesem Gebiet zum Meister bringen konnte. 1698 beschreibt Christoph Weigel der Ältere in seinem Ständebuch folgende Bürstenarten: Gewand- oder Kleiderbürste, Reibebürste, Kopfbürste, Schuhbürste, Kratzbürste und die Fußbodenbürste. Heute ist der Beruf des Bürsten- und Pinselmachers ein freies Gewerbe.

Herstellung und Materialien

Die Herstellung von Bürsten variiert stark nach ihrer Verwendung. Die Einsatzgebiete von Bürsten sind vielseitig und reichen von Körperpflegebürsten wie Haar- und Nagelbürsten über Küchenbürsten bis hin zu Reinigungsbürsten. Für die Herstellung von Bürsten gibt es somit auch verschiedene Grundkonstruktionen. Die Konstruktionselemente bestehen immer aus einem Grundkörper, dem Bürstenbesatz und deren Verbindung. Darüber hinaus können Bürsten nach ihrer Bauform klassifiziert werden. Man unterscheidet gebundene Bürsten, gestanzte oder gestopfte Bürsten, gedrehte Bürsten, Streifenbürsten und viele mehr. Als Besatzmaterial werden in der traditionellen Herstellung Naturmaterialien wie tierische Federn, Haare und Borsten eingesetzt. Als pflanzliche Naturborsten eignen sich Arenga, Fibre, Kokos, Piassava, Reisstroh, Reiswurzel und Sisal.

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