Rechenmacherei

Geschichte

Das Handwerk des Rechenmachens wurde früher meist von Bauern ausgeübt, die die Zeit in Wintermonaten oder Schlechtwetterperioden nutzten, um sich ein Einkommen zu sichern. Die Jahresleistung pro Person und Winter lag früher bei rund 1.000 Rechen. Diese wurden entweder einem Zwischenhändler oder direkt auf den Märkten verkauft und brachten den Bauern ein oft lebensnotwendiges Zusatzeinkommen ein. Um 1900 war das Handwerk in ländlichen Gebieten noch weit verbreitet. Durch den zunehmenden technischen Fortschritt wurden die Arbeitsschritte durch Maschinen ergänzt und teilweise gänzlich ersetzt. Im Laufe des 20. Jahrhundert verschwand das Handwerk des Rechenmachens fast gänzlich (vgl. Hugger 1968, S. 4).

Herstellung und Materialien

Rechenholz muss 3-4 Jahre gelagert werden, damit es Regen und Sonne gleichermaßen erträgt, ohne sich zu verziehen oder rissig zu werden. Mit besonderer Sorgfalt wird Lindenholz für den Stiel ausgelesen. Hierfür kommt nur astfreies Material in Frage, die sogenannte Schmallinde. Für die übrigen Teile des Rechens verwendet man Buchen- und Eschenholz. Man beginnt mit dem Zusägen und Hobeln des Rechenstiels: Das Lindenbrett wird in ca. 3 cm breite Latten zersägt und mit dem Hobel abgerundet. Anschließend wird das Rechenhaupt aus Buchen- oder Eschenholz zugeschnitten und je nach Rechengröße mit 18-24 Löchern versehen. Die Rechenzähne werden angefeuchtet, in die Löcher des Rechenhauptes eingeschlagen und zugespitzt. Zum Schluss werden weitere Löcher für die Verankerungsdrähte und den Stiel gebohrt. Der Stiel wird in das Rechenhaupt geschlagen und die Drähte werden festgezogen (vgl. Hugger 1968, S. 4ff).

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