Besenbinderei

Geschichte

Das Besenbindergewerbe entwickelte sich ursprünglich aus einer saisonalen Nebentätigkeit im bäuerlichen Alltag. In den Städten gingen nur sehr wenige diesem Handwerk nach. Die fertigen Erzeugnisse wurden in der eigenen Werkstatt, auf Märkten oder im Hausierhandel verkauft. Die Besenbinderei war ein typisches Handwerk armer Leute, weil die Rohstoffbeschaffung kostengünstig war und mit einfachem Werkzeug ausgeübt werden konnte. So wurde das Besenbinden nie zu einem Lehrberuf und es gab auch keine eigene Zunft. In Ermangelung einer eigenen Zunft schlossen sich die Besenbinder häufig anderen Zünften an. Heute ist das Besenbindergewerbe weitestgehend der industriellen Produktion gewichen. Unter anderem aus Traditionspflege und Liebhaberei wird das traditionelle Handwerk heute aber noch betrieben Die Erzeugnisse werden aufgrund der Qualitätsunterschiede im Vergleich zu industriell gefertigten Besen auch heute noch hoch geschätzt (vgl. Sallmann 2019).

Herstellung und Materialien

Ein Besen besteht aus drei Konstruktionselementen: dem Stiel, dem Besenkörper und deren Verbindung. Für die Anfertigung des Besenkörpers aus Naturmaterialien wird meist Birkenreisig – für Ruten- oder Reisigbesen, Ginster – für Ginsterbesen oder Hartstroh – für Strohbesen verwendet. Der Besenstiel wird aus Stangenholz der Fichte, Weide oder Haselnuss gewonnen. Für die Verbindung von Besenstiel und Besenkörper wird aufgrund der Praktikabilität Weidezaundraht verwendet. Als es noch keinen billigen Draht gab wurde mit Weiden- oder Haselruten gebunden. Für die Herstellung eines Besens wird der Besenbesatz zusammengepresst und mit einem Draht zusammengebunden. Zum Schluss wird der Besenkopf auf den Besenstiel geschlagen.

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